Der heilige Columban

Aus der Vita des Heiligen ColumbanST. COLUMBAN UND SEINE SCHÜLER IN BREGENZAls der heilige Irländer Columban, der um das Jahr 560 geboren ist, seiner unwillkommenen Sittenpredigt wegen von dem üppigen Hofe des Frankenkönigs Theoderich 11. verwiesen worden war, begab er sich mit seinen Schülern Gallus, Magnus u. a. nach Arbon am Bodensee zu einem frommen Priester, namens Wilimar, und fragte nach einem Platze, auf dem einige Zellen in der Einsamkeit erbaut werden könnten. Wilimar antwortete: „Es findet sich ein verödeter Ort, der die Spuren alter Gebäude unter Trümmern bewahrt, wo das Erdreich fett und zur Erzeugung von Früchten tauglich ist; hohe Berge stehen im Halbkreise, eine öde Wüste erhebt sich über der Stadt, die Ebene ist fruchtbar; wer hier Nahrung sucht, dem wird der Lohn der Arbeit nicht versagt; der Name ist Brigantium. “ Mit Eifer eilten die Männer dem beschriebenen Orte zu und fanden da im Jahre 609 in der Kapelle der hl. Aurelia schon ältere Bemühungen vor, welche auf die Verbreitung des christlichen Glaubens hindeuteten. Bald sahen sie ein, daß die Arbeit von neuem begonnen werden müsse, weil in der Aureliakapelle drei eherne Bildnisse alemannischer Götter, Wodan, Thor und Freya, und vor denselben ein Kessel voll Bier als Opfertrank standen. Columban vertraute auf die Vorsehung, erwartete das Gedeihen von der Zeit und schlug mit seinen Jüngern einige Hütten auf. Ein frommer Wandel und der Anbau des Landes befreundete die Ankömmlinge mit den Alemannen. Sie waren bestrebt, die heimische Sprache zu lernen und versäumten keine Gelegenheit, sich mit den Sitten und. Gebräuchen der Einwohner bekannt zu machen. Gallus besaß einige Kenntnisse in der Heilkunde und verstand sich auf den Fischfang. Durch Zutrauen ermutigt, nutzte Gallus ein großes Fest, welchem Weiber und Kinder, Männer und Greise zustrebten, um die Götter zu ehren und auch um die Fremdlinge zu sehen, von denen viel Gutes zu ihren Ohren gekommen war. Gallus begann den gutmütigen Leuten den Gott der Christen zu verkünden und seine begeisterte Rede fand Gehör. So durfte er es wagen, die Götterbildnisse zu zertrümmern, in den See zu werfen und den Opferkessel auszuschütten. Columban errichtete einen Altar, weihte die Kapelle zum christlichen Gottesdienst, brachte Gott das unblutige Opfer des Neuen Bundes dar und taufte die Alemannen. Nach dreijährigem Wirken trennten sie sich, Columban zog nach Italien, Gallus nach Arbon und St. Gallen.(Quelle: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 221, Seite 172)

 

Kolumban der Jüngere (von Luxeuil, von Bobbio)

Gedenktag katholisch: 23. November Gedenktag evangelisch: 23. November Gedenktag orthodox: 2 1. November Name bedeutet: die Taube (latein.) Klostergründer, Abt, Glaubensbote in Alemannien * um 542 in der Grafschaft Leinster in Irland t 23. November 615 in Bobbio in Italien

Kolumban trat – der Überlieferung nach gegen den Willen der Eltern – im Alter von knapp 20 Jahren ins Kloster Bangor ein. Hier wirkte er fast 30 Jahre lang als Lehrer; der für seine asketische Strenge bekannte Abt Comgall beeindruckte ihn. In Irland gründete er dann bedeutende Klöster wie Durrow und Kells.

Mit zwölf Gefährten zog Kolumban um 591 als Glaubensbote in die Bretagne, dann in die Vogesen und gründete wieder einige Klöster, so zunächst das in Annegray und nach dessen raschem Wachstum 593 das in Luxeuil – dem heutigen Luxeuil-les-Bains -, dessen erster Abt er wurde, schließlich das in Fontaines. Er stellte selbst Klosterregeln auf für die von ihm gegründeten Klöster, die sich durch außerordentliche Strenge von den seitherigen Regeln abhoben. Kolumban legte Wert auf handwerkliches Können und landwirtschaftliches Wissen, aber auch auf Rhetorik und Kunstsinnigkeit. Zunächst setzten sich diese Regeln fast in ganz Europa durch, erst später wurden sie wieder von den milderen Benediktinerregeln abgelöst.

Da Kolumban sich weigerte, die hierarisch gegliederte fränkische Kirche als Obrigkeit anzuerkennen, und seine Klöster dem Einfluss des Diözesanbischofs entziehen wollte, kam es um 602 zum Konflikt mit den burgundischen Bischöfen. Der wurde noch verschärft, weil Kolumban sich zur Errechnung des Osterdatums der keltischen Methode bediente; Papst Gregor 1. vermittelte schließlich einen Kompromiss. Kolumbans Kritik an einer unmoralischen Affäre des burgundischen Königs Theoderich 11. und seine Weigerung, den außerehelichen Söhnen des Königs den Segen zu erteilen, führte schließlich 610 zu seiner Verbannung aus Burgund.

Kolumban wandte sich von Nantes aus an den Hof von König Chlothars 11., ging dann nach Metz zu König Theudebert 11. von Austrien; der schickte ihn zur Mission ins Oberrheingebiet um Freiburg; Kolumban ging dann an den Bodensee nach Bregenz, wo er einige Zellen gründete und so den Grund legte für das später berühmte Kloster Mehrerau, das Älteste Kloster in deutschen Landen. Schließlich kam er nach Tuggen am Zürichsee in die Schweiz. Trotz seiner Erfolge bei der Mission unter den heidnischen Alamannen wurde Kolumban von heidnischen Einheimischen vertrieben, auch weil sein Gönner Theudebert 11. durch dessen Halbbruder Theuderich 11. von Burgund ausgeschaltet wurde. Kolumban ließ aber seinen erkrankten Gefährten Gallus zurück.

Kolumban ging über die Alpen nach Oberitalien, wo ihm der Langobardenkönig Agilolf – trotz Kolumbans Kritik an dem in Mailand gepflogenen Arianismus – Land im Val Trebbia schenkte. Hier gründete er in der halb verfallenen Petersbasilika in Bobbio um 613 ein Kloster, dessen erster Abt er wurde, wo er sein Leben friedlich beenden konnte und wo er auch begraben ist.

Die wichtigsten Quellen für das Leben von Kolumban sind zwei Bücher vom Leben des Abtes und seiner Schüler, 639 – 642 vom Mönch Jonas von. Bobbio verfasset, die hinterlassenen Briefe, Predigten und Gedichte Kolumbans sowie die Lebensgeschichte des Gallus. Kolumban gilt als der Missionar des Gebiets am Oberrhein und in der deutschen Schweiz, er wird daher als der “ Glaubensbote Alemanniens“ bezeichnet.

Attribute: als Pilger, segnend, Bär, Sonne Patron von Irland und Bobbio; gegen Geisteskrankheiten und Überschwemmungen

(Quelle unbekannt)

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