Liebe Gemeinde, ich möchte Sie nicht mit vielen Worten aufhalten: Es muss noch mal eine Verdichtung bei den Gottesdiensten geben. Der sonntägliche Alltag hat sich soweit ganz gut eingespielt, aber wir werden im kommenden Kirchenjahr auch die großen Hochfeste in den Blick nehmen müssen. Zunächst die schlechte Nachricht. Es wird keine Feier der Christnacht um 22 Uhr mehr in St. Columban geben. Sie sind herzlich am Heilig Abend nach St. Petrus Canisius eingeladen. Die gute Nachricht: Das weihnachtliche Hochamt findet künftig in St. Columban statt mit besonderer musikalischer Gestaltung wie gewohnt. Hier sind die Canisianer zu uns eingeladen. Dort findet weder um halb zehn noch bei der italienischen Gemeinde am ersten Weihnachtsfeiertag ein Gottesdienst statt. Zum Jahresauftakt wird es um 11 Uhr in St. Nikolaus keine Eucharistiefeier mehr geben und schließlich werden an Ostern die beiden Gottesdienste der Auferstehungsfeier morgens um sechs und des Hochamts um 9:30 Uhr bei uns zusammengefasst. Es wird nun ein früherer feierlicher Gottesdienst um 8 Uhr angeboten, ebenfalls mit musikalischer Gestaltung. Dies kann etwas ganz Besonderes werden.
Ich kann sie nur bitten, diese Entscheidungen unseres Kirchengemeinderats beziehungsweise der anderen Kirchengemeinderäte und des Ausschusses der Seelsorgeeinheit mitzutragen. Wir haben uns viel Mühe mit dieser Lösung gemacht. Es ist für mich anders nicht mehr zu leisten und dennoch haben unsere Gemeinden nach wie vor einen ungeheuren Reichtum an Vielfalt und Menschen, die sich einbringen. Es war mir wichtig, dies Ihnen noch zum Ende des alten Kirchenjahr und vor dem Gemeindefest mitzuteilen.
(Pfarrer Bernd Herbinger)





1875 wurde in Friedrichshafen der Katholische Gesellenverein gegründet. Adolph Kolping, ein spät berufener Priester, der aus dem Handwerkerstand kam, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, wandernden Gesellen Unterkunft und Weiterbildung zu bieten. Dazu gründete er in vielen Städten Deutschlands und in den benachbarten Ländern die Gesellenvereine, die in das Kolpingwerk mit der Zentrale in Köln eingebunden waren. Hier fanden die Gesellen Unterkunft, Heimat und Weiterbildungsmöglichkeiten auch religiöse Begleitung war wichtig. Die Gesellenvereine waren in allen Städten – so auch in Friedrichshafen – geschätzt und geachtet. Im Laufe der verschiedenen politischen Entwicklungen gab es Hochs und Tiefs im Vereinsleben. Anfang der 30er Jahre wurde aus dem Katholischen Gesellenverein die „Kolpingsfamilie“. In der Zeit des Naziregimes lag das Vereinsleben brach.