Musikalische Highlights werfen ihre Schatten voraus

Erfolgreiches Probenwochenende des Jungen Chors St. Columban

Mit viel Musik im Gepäck und noch mehr Begeisterung im Herzen sind rund 55 Sängerinnen und Sänger des Jungen Chores St. Columban von ihrem Probenwochenende im ehemaligen Prämonstratenser-Kloster in Rot an der Rot zurückgekehrt. Drei intensive Tage lang wurde dort unter der Leitung von Kantorin Marita Hasenmüller geprobt, gefeilt und musiziert – mit spürbarer Freude am gemeinsamen Singen und großer Vorfreude auf die kommenden Konzerte.

Im Mittelpunkt standen die Vorbereitungen auf die musikalischen Höhepunkte des Jahres. Bereits an Pfingsten wird die kleine Orgelsolomesse von Joseph Haydn zusammen mit den Teilnehmenden des des 50. Chorprojekts gesungen. Für das Konzert zum 60-jährigen Jubiläum der Gemeinde St. Columban am 15. November 2026 studiert der Chor außerdem zwei ganz unterschiedliche Vertonungen des Magnificat ein: das farbenreiche Werk von John Rutter sowie das festliche Magnificat von Antonio Vivaldi, gemeinsam mit dem Jugendchor. Auch Teile aus Bachs Weihnachtsoratorium für den Gottesdienst am 25. Dezember wurden bereits erarbeitet.

Eine feste und geschätzte Tradition des Probenwochenendes ist die Unterstützung durch Sopranistin und Gesangspädagogin Anja Zirkel. Mit viel Professionalität und Einfühlungsvermögen leitete sie erneut die Stimmbildung. Ziel sei es, dass „jeder Werkzeuge an die Hand bekommt, um seine stimmlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können“. Atemtechnik, Klangentwicklung und eine mühelose Stimmführung standen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die speziellen Herausforderungen der anspruchsvollen Werke.

Dank der engagierten Chormitglieder Iris Steger, Jona Siebert und Martin Kaistra konnten zusätzlich getrennte Registerproben stattfinden. Dadurch ließ sich besonders intensiv an den einzelnen Stimmen arbeiten.

Marita Hasenmüller beschreibt vor allem Rutters Magnificat als große Herausforderung: häufige Taktwechsel, rhythmische Raffinessen und eine „sehr farbige Harmonik“, die wunderbar klinge, aber höchste Konzentration und ein feines Gehör verlange. Südamerikanische Rhythmen, fulminante Chorklänge wechseln sich mit ruhigen, berührenden Passagen wie im „Et misericordia“ ab – „da geht einem das Herz auf und vielleicht auch der Himmel“, so die Chorleiterin. Vivaldis Werk dagegen strahle barocke Festlichkeit, eine gewisse Leichtigkeit und Hoffnung aus. Gerade die Gegenüberstellung beider Kompositionen mache den besonderen Reiz aus.

Neben der musikalischen Arbeit kam auch die Gemeinschaft nicht zu kurz. Viele langjährige Sängerinnen und Sänger prägen den Chor, zugleich finden immer wieder neue junge Menschen ihren Platz darin. So konnten wieder vier neue Mitglieder herzlich willkommen geheißen werden.

Ein besonderer Höhepunkt war erneut das A-cappella-Singen im Kreuzgang des Klosters. Die außergewöhnliche Akustik ließ Motetten aus verschiedenen Epochen in beeindruckender Klangfülle erklingen – für viele ein „Bad im Klang“ und ein unvergesslicher Moment des Wochenendes.