1875 wurde in Friedrichshafen der Katholische Gesellenverein gegründet. Adolph Kolping, ein spät berufener Priester, der aus dem Handwerkerstand kam, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, wandernden Gesellen Unterkunft und Weiterbildung zu bieten. Dazu gründete er in vielen Städten Deutschlands und in den benachbarten Ländern die Gesellenvereine, die in das Kolpingwerk mit der Zentrale in Köln eingebunden waren. Hier fanden die Gesellen Unterkunft, Heimat und Weiterbildungsmöglichkeiten auch religiöse Begleitung war wichtig. Die Gesellenvereine waren in allen Städten – so auch in Friedrichshafen – geschätzt und geachtet. Im Laufe der verschiedenen politischen Entwicklungen gab es Hochs und Tiefs im Vereinsleben. Anfang der 30er Jahre wurde aus dem Katholischen Gesellenverein die „Kolpingsfamilie“. In der Zeit des Naziregimes lag das Vereinsleben brach.
Erst nach dem Krieg wurde die Kolpingsfamilie wieder neu belebt und es kamen gute Jahre, in denen wieder junge Menschen Heimat und Geselligkeit im neuerbauten Kolpinghaus fanden. Seit 1966 ist das Kolpingwerk für Frauen geöffnet und auch in Friedrichshafen wurden Frauen Mitglieder. In dieser Zeit änderte sich das Aufgabenfeld für die Kolpingsfamilien allgemein und auch für die Kolpingsfamilie in Friedrichshafen. Fortbildung, Freizeitangebote und Unterhaltung gab es auch außerhalb der Vereine. Man brauchte sich nicht mehr zu binden. Trotzdem existiert die Kolpingsfamilie in Friedrichshafen weiter, ja es gibt sogar inzwischen vier Kolpingsfamilien und wir nennen uns seit 1997 „Kolpingsfamilie St. Columban Friedrichshafen e.V.“.
Die Aufgaben heute in Friedrichshafen und anderswo sind:
Christliche Werte in unsere nicht mehr christlich geprägte Gesellschaft einzubringen, Heimat, Familienhaftigkeit und Stärkung des Einzelnen.
Bildung und Information für die Mitglieder, dass sie kritische und aufmerksame Bürger sind, die sich einmischen.
Das einzelne Mitglied soll als Christ Flagge zeigen, Talente und Begabungen erkennen und weiterbilden. Die Kolpingsfamilie stärken durch Mitarbeit und Verantwortungsbereitschaft.
Das Internationale Kolpingwerk ist heute in 53 Ländern der Erde vertreten. Es leistet notwendige Entwicklungsarbeit, will Aufbauhilfen zur Selbsthilfe geben und Partner sein zum gegenseitigen Austausch und Lernen.
Die Kolpingsfamilie „St. Columban“ leistet auch durch ihre Spenden aus dem Erlös vom Waffelstand auf der Bodenseeweihnacht ihren Teil dazu. Als katholischer Verband hat das Kolpingwerk seinen Schwerpunkt in „Christsein mit Herz, Hand und Verstand, in der Kirche verwurzelt, offen für die Welt, in der Gegenwart, die Zukunft im Blick“. Gestärkt werden wir durch unser Gottvertrauen.

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