Die Mühlen der Kirche mahlen langsam, aber sie mahlen.
Warum also sollten die Ehrenamtlichen hudeln? Die letzten Bankreihen sind raus, die Stromleitungen fast fertig, die U Steine am Vorplatz brav aufgereiht, und die alten Bänke draußen glänzen im frischen Anstrich. Der Holzzuschnitt für die U-Steine lässt zwar noch auf sich warten (Fachkräftemangel lässt grüßen) – aber genau jetzt ergibt sich die einmalige Gelegenheit: Die alten Gestelle der Kirchenbänke suchen ein neues Zuhause! Gegen eine kleine Spende werden sie abgegeben – und schon entsteht daraus eine Gartenbank, Balkonbank, Lümmelbank oder was auch immer. Mal ehrlich: Wer kann schon angeben, dass er täglich die Kirchenbank drückt? Und für die echten Holzliebhaber gibt’s auch noch Mahagoni – allerdings nicht gratis. Der Kubikmeter schlägt am freien Markt derzeit mit ca. 4.000 Euro zu Buche. Dafür bekommt man aber auch:
- 33 mm starkes Edelholz fast mit 60 Jahren Reifezeit
- jahrzehnte lang im Weihrauch-Dunst veredelt
- erprobt von unzähligen Gläubigen
- gestärkt durch zahllose „mea culpa!“
- Kurzum: mehr Segen im Holz geht nicht.
Wer sich ein Stück dieser himmlischen Kostbarkeit sichern möchte, darf gerne großzügig spenden – für die vielen Projekte von St. Columban:
- die Minis brauchen neue Zelte
- die Pfadis träumen von Kanus
- die Chöre singen sich arm, bevor sie reisen können
- der Helferkreis Asyl freut sich über Spielzeug
- die BoCo-Senioren wünschen sich auch mal was
- und die Vesperkirche steht sowieso wieder an
Also: Wer demnächst auf einer originalen Columbank sein
Viertele schlotzen möchte, melde sich bitte im Pfarrbüro
oder direkt bei Uli Baum.
(Uli Baum)
1875 wurde in Friedrichshafen der Katholische Gesellenverein gegründet. Adolph Kolping, ein spät berufener Priester, der aus dem Handwerkerstand kam, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, wandernden Gesellen Unterkunft und Weiterbildung zu bieten. Dazu gründete er in vielen Städten Deutschlands und in den benachbarten Ländern die Gesellenvereine, die in das Kolpingwerk mit der Zentrale in Köln eingebunden waren. Hier fanden die Gesellen Unterkunft, Heimat und Weiterbildungsmöglichkeiten auch religiöse Begleitung war wichtig. Die Gesellenvereine waren in allen Städten – so auch in Friedrichshafen – geschätzt und geachtet. Im Laufe der verschiedenen politischen Entwicklungen gab es Hochs und Tiefs im Vereinsleben. Anfang der 30er Jahre wurde aus dem Katholischen Gesellenverein die „Kolpingsfamilie“. In der Zeit des Naziregimes lag das Vereinsleben brach.